„Er wird nie lesen, nie schreiben, nie rechnen können.“ Das sagten Ärzte den Eltern von Moritz voraus, als er viereinhalb war. Die Diagnose: Fragile-X-Syndrom.
Heute, 13 Jahre später, ist Moritz 17, fährt allein mit Bus und U-Bahn zur Schule nach München und hat von seinem Praktikumsbetrieb ein Jobangebot bekommen.
Möglich wurde das, weil seine Eltern nicht aufgegeben haben. Statt einer Förderschule kämpften sie gegen viele Widerstände dafür, dass Moritz die Regelschule in Karlsfeld besuchen darf. Ein individueller Förderplan und eine Schulbegleitung machten es möglich. Er ist der erste Schüler mit geistiger Behinderung, der dort im regulären Schulbetrieb unterrichtet wurde.
Moritz lernte schreiben, Texte verstehen und rechnen. Im Praktikum bei Edeka Schermelleh überzeugte er so sehr, dass ihm der Marktleiter eine Stelle anbot. Sein Ziel: auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten, auf eigenen Beinen stehen und eigenes Geld verdienen, „um mir Döner zu kaufen und mit meiner Familie in den Urlaub zu fahren“.
Seine Mutter Marianne Nickl, die vor sieben Jahren mit anderen Eltern Kunterbunte Inklusion gegründet hat, bringt es auf den Punkt: Niemand sollte festlegen, was ein Kind lernen darf. Entscheidend ist, was es tatsächlich kann.
Die Dachauer Nachrichten haben Moritz porträtiert, und wir freuen uns sehr darüber. Den ganzen Artikel von Verena Möckl findet ihr in der Ausgabe vom 22. September 2026. 💚
